Energie & Selbstbestimmung 20. September 2026

Was ein Esel dir über Selbstbestimmung beibringt

Eine über zweitausend Jahre alte Fabel, die genau das trifft, was uns heute noch bremst.


Hi und schön, dass du wieder mit dabei bist.

Heute erzähle ich dir zuerst eine kleine Geschichte. Sie ist uralt, man schreibt sie mal Äsop zu, mal Johann Peter Hebel, und trotzdem könnte sie aktueller kaum sein. Denn sie handelt von etwas, das uns alle betrifft, egal ob im Business, in der Familie oder beim Aufbau von etwas Eigenem.

Ein Esel als Sinnbild für Selbstbestimmung

Die Geschichte

Ein Vater und sein Sohn wollen ihren Esel auf dem Markt verkaufen. Also machen sie sich auf den Weg, den Esel an der Leine neben sich her.

Kaum sind sie unterwegs, kommen die ersten Leute ihnen entgegen und schütteln den Kopf. So dumm, sagen sie, da haben sie einen Esel und laufen zu Fuß. Der Vater setzt seinen Sohn auf den Esel, und sie gehen weiter.

Bald darauf treffen sie auf die Nächsten. Schau dir das an, heißt es, der faule Junge reitet, und der alte Vater muss laufen. Also steigt der Sohn ab und der Vater setzt sich auf den Esel.

Es dauert nicht lange, da tuscheln wieder welche. Wie kann er nur, der starke Mann reitet, und das arme Kind muss zu Fuß. Nun setzt sich der Vater den Sohn kurzerhand mit auf den Esel, damit endlich Ruhe ist.

Doch auch das ist nicht recht. Die Nächsten empören sich, zwei Menschen auf einem einzigen kleinen Esel, das arme Tier. Vater und Sohn wissen sich am Ende nicht mehr zu helfen. Sie steigen beide ab und tragen den Esel schließlich an einer Stange zwischen sich, nur um es allen recht zu machen. Und natürlich lachen jetzt alle über die beiden, die den Esel tragen, statt ihn laufen zu lassen.

Worum es wirklich geht

Die Geschichte ist so alt und lebt trotzdem weiter, weil jeder von uns diesen Vater und diesen Sohn kennt. Sie haben nichts falsch gemacht. Sie haben nur bei jedem Schritt versucht, die Meinung der anderen zur eigenen zu machen. Und je mehr sie sich verbogen haben, desto lächerlicher wurde ihr Weg.

Die Lehre ist nicht, dass die Meinungen anderer egal sind. Sie ist eine andere. Wenn du versuchst, es allen recht zu machen, machst du es am Ende niemandem recht — dir selbst am allerwenigsten.

Was das mit dir zu tun hat

Vielleicht kennst du das aus deinem eigenen Alltag. Du triffst eine Entscheidung, und schon hat jemand einen Kommentar. Du machst es anders, und der Nächste findet auch das nicht gut. Wenn du auf alle hörst, drehst du dich im Kreis, genau wie die beiden mit ihrem Esel.

Gerade wenn du etwas Eigenes aufbaust, wirst du Meinungen ernten, gefragte und ungefragte. Das ist völlig normal. Die Kunst liegt darin, hinzuhören, wenn ein Rat wirklich wertvoll ist, und trotzdem bei dir zu bleiben, wenn es um deinen Weg geht.

Und hier schließt sich der Kreis zu Eigenregie

Vor ein paar Wochen ging es hier um den Projektor im Human Design und um die innere Autorität, diese leise Stimme, die weiß, was für dich stimmt. Genau darum geht es auch in dieser Fabel. Die beiden auf dem Weg hatten diese Stimme, sie haben nur nicht auf sie gehört, sondern auf jeden am Wegesrand.

Eigenregie heißt für mich, dass du der Mensch bleibst, der über deinen Weg entscheidet. Du darfst Ratschläge annehmen, prüfen und auch verwerfen. Was am Ende zählt, ist, dass die Entscheidung deine ist. Denn allen recht machen kannst du es sowieso nicht, das hat schon ein Esel vor zweitausend Jahren bewiesen.

Bis bald,
deine Aline